Gedanken zum Apple TV

On 11. Oktober 2010, in Allgemein, by Peter

In letzter Zeit fällt mir immer öfter auf, dass das die der Apple TV durchaus in der Lage ist, mich emotional mitzunehmen. Ich persönlich finde das bemerkenswert für ein Gerät, welches bis vor kurzem als Steve Jobs persönliches Hobby galt und das ich weder besitze noch bisher testen konnte.

Meine Gedankengänge…

…basieren im Großen und Ganzen auf der Tatsache, dass für mich persönlich der multimediale Musik- und Filmgenuss in Form von Datenpaketen – von CDs und DVDs spreche ich erst mal nicht – ein bisher ungelöstes Problem darstellt. Viele werden das anders sehen, ich bin aber alles andere als zufrieden mit der Lösung, die uns Apple mit seinem Apple TV anbietet. Vielleicht handelt es sich bei meinen Anforderungen um einen Sonderfall. Ich bin aber überzeugt, dass andere ihre Medien ähnlich wie ich konsumieren und deshalb auf die gleichen Knackpunkte stoßen.

Der Apple TV

Grundsätzlich klingt die Idee nicht schlecht. Man verwaltet seine multimedialen Inhalte in iTunes, welches auf irgendeinem Computer installiert ist. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um einen Desktop oder ein Laptop handelt, der unter Windows oder Mac OS läuft. Die iTunes-Mediathek muss nur freigegeben und mit dem Apple TV verbunden werden. Und schon können die Inhalte vom Computer auf den Apple TV gestreamt werden. Gesteuert wird das ganze entweder direkt über das TV-Gerät oder über die Software Apple Remote, welche es für alle iOS-Geräte kostenlos gibt. Ein weiteres Killer-Feature ist das Ausleihen und Kaufen von Filmen über das Apple TV. Video on Demand eben.

Das alles klingt durchaus positiv. Dennoch ist das Konzept meiner Meinung nach mit einigen Schwachstellen belastet, auf die ich jetzt eingehen werde.

Problem 1: Die Ablage der Daten

Wie bereits oben beschrieben werden die Mediendaten allesamt in iTunes verwaltet. Logischerweise muss das so (oder so ähnlich) sein, denn der Apple TV hat keinen eingebauten Speicher. Besser gesagt, das Gerät hat insgesamt 8 GB Speicher, der aber nicht zum Speichern einer Mediathek verwendet werden kann. Apple TV benutzt den Speicher vor allem zum cachen von gekauften oder geliehenen Inhalten.

Dies stellt für mich bereits die zentrale Schwachstelle des vorgegebenen Konzepts dar. In den USA ist das Angebot an Kauf- und Leihmedien entsprechend groß. In Deutschland ist dies aber nicht der Fall, weswegen man (bzw. ich) darauf angewiesen ist, eigene Inhalte aus alternativen Quellen zu besorgen. Beispielsweise nehme ich mir sehr häufig Inhalte mit dem OnlineTVRecorder (OTR) auf, welche ich am TV-Gerät ansehen will. Des Weiteren habe ich meine komplette CD-Sammlung in iTunes eingelesen. Eine ganze Masse an Podcasts kommt auch noch dazu.

Nun zum eigentlichen Problem. Ich habe also, wie eben beschrieben, meine Medien an einem für mich zentralen Ort, mämlich auf meinem Laptop. “Zentral” ist aber eine Bezeichnung, die in diesem Zusammenhang nicht richtig zutrifft. Würde ich in einem Single-Haushalt leben, wäre alles gut. Was passiert mit den Medieninhalten der anderen Personen in meinem Haushalt, die ihre Medien genauso organisiert haben? Natürlich können die ihre Inhalte genauso für den Apple TV freigeben. Dennoch muss das jeweilige Gerät immer angeschaltet sein, wenn man Daten von diesem Gerät konsumieren will. Wenn man bedenkt, dass nicht jeder Rechner gezwungenermaßen ein stromsparendes Gerät ist, ist das für mich persönlich keine Option.

Problem 2: Der Import der Daten

Wenn man diversen Anleitungen und Berichten Glauben schenken darf, dann besteht die Möglichkeit, eine iTunes-Mediathek an einem zentralen Ort abzulegen und mit diversen Rechner darauf zuzugreifen. Hierdurch wäre Problem 1 hinfällig, denn es ließe sich eine Mediathek für alle Personen eines Haushalts damit an einem zentralen Ort im Netzwerk umsetzen.

Dennoch tritt hierbei ein weiteres Problem auf. Apple TV und iTunes sind nämlich sehr wählerisch, wenn es um Medieninhalte geht, die man mit ihnen verwalten will. Der Import von CDs bzw. MP3s ist kein Problem, ich komme aber zurück zu OTR (siehe oben). Ich habe es bisher nicht geschafft, die dekodierten Inhalte “einfach so” nach iTunes zu importieren. Teilweise schafft es iTunes selbst, die Filme zu konvertieren. Es ist aber schon diverse Male vorgekommen, dass dies nicht geklappt hat. Die einzige Möglichkeit besteht in diesem Fall darin, die Filme erst mit einem geeigneten Konverter in ein Format zu bringen, welches iTunes verarbeiten mag, um es selbst gleich nochmal zu konvertieren.

Das geht natürlich gar nicht. Bevor eine Filmdatei also über iTunes auf den Apple TV gestream werden kann, muss sie entweder einmal (nur von iTunes) oder sogar zweimal (einmal manuell und einmal von iTunes) konvertiert werden. Und eine Konvertierung kostet jede Menge Zeit. Eine Vielfalt von Formaten bei den Quellmedien ist also ein richtiges Problem, wenn man sie unter iTunes verwalten will.

Problem 3: Das Abspielen von DVDs

Die Überschrift sagt alles, DVDs können mit dem Apple TV nicht abgespielt werden. Man könnte argumentieren, dass dies nicht der Einsatzzweck vom Apple TV ist. Ich habe allerdings eine DVD-Sammlung mit knapp 400 DVDs. Da das Einlesen keine Option für mich ist – es ist schlichtweg zu aufwendig und meines Wissens je nach Kopierschutz auch verboten – ist dies ein absolut wichtiges Kriterium, welches gegen den Apple TV spricht.

Problem 4: Das Ausleihen und der Kauf

Grundsätzlich finde ich ausleihen oder kaufen von Multimediainhalten eine super Sache. Im Audio-Bereich bin ich sogar schon so weit, dass ich mir wesentlich mehr Sachen in Dateiform als auf CD kaufe. Ich muss zugeben, dass das bei Alben sehr gut funktioniert und der Markt und damit die Menge der verfügbaren Titel entsprechend groß ist.

Bei Videocontent sieht das aber anders aus. Ich bevorzuge Filme im Originalton und gerade hierbei ist das Angebot noch sehr mangelhaft. Deutsche Titel sind im iTunes Store dagegen zu finden, rein gefühlsmäßig sind die Leihgebüren aber höher als die bei einer Videothek. Man könnte den Weg zur Videothek natürlich als Gegenargument anbringen. Ich bin allerdings ständig unterwegs, weshalb für mich das Ausleihen keinen wirklichen Aufwand darstellt. Beim Kauf sieht es ähnlich aus. Kaufhäuser sind überall und dort kriegt man Filme meistens (noch) zu günstigeren Preisen.

Das einzige Argument für den Apple TV und den iTunes Store ist die Tatsache, dass die Medieninhalte sofort abgerufen werden können. Die Vielfalt und die Preise überzeugen mich dagegen nicht. Und da die Filmbranche in Deutschland verhältnismäßig lernbefreit zu sein scheint, wird sich dieser Umstand auch nicht so schnell ändern.

Problem 5: Die META-Daten

Einen weiteren negativen Punkt stellt die Behandlung der META-Daten zum Beispiel der Audiodateien durch Apple TV dar. In einem Podcast habe ich heute gehört, dass beim Abspielen von Audioinhalten der Play-Count nicht erhöht wird. Da ich mir aber jede Menge intelligente Playlisten generiere, die unter anderem genau darauf basieren, ist das für mich ein absolutes No-Go. Zusätzlich stört mich der Umstand, dass Podcasts zwar auf dem Apple TV angehört werden können aber nach dem Anhören in der iTunes-Mediathek nicht als gehört gekennzeichnet werden. Wie gesagt, diese beiden Sache habe ich nur gehört und nicht verifiziert.

Der Königsweg

Genug gejammert, wie lassen sich all diese Probleme lösen? Fakt ist, dass ich gerne einen zentralen Ablageort für Medieninhalte aller Art und diese – neben diversen Computern – gerne auf das TV-Gerät gestreamt hätte. Ich habe mir schon diverse Alternativen durch den Kopf gehen lassen. Zum einen finde ich die Idee mit dem iTunes-Server nicht schlecht. Hierbei bleibt aber das leidige Konvertierungsproblem. Eine andere Herangehensweise wäre die Benutzung einer Netzwerkfestplatte (SAN) mit einem Abspiel-Alleskönner wie den WD TV. Leider ist das auch nicht optimal, da das META-Problem hier bestehen bliebe und ich ebenfalls hierüber keine DVDs abspielen kann.

Alles in allem kann man das Problem also durchaus als ungelöst betrachten. Es ist noch ein weiter Weg, bis meine Anforderungen an ein Multimedia-Setup erfüllt sein dürften. Was bleibt, sind starke Kopfschmerzen über eine vermeintlich nicht allzu komplexe Sache.

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Update auf iTunes 10.0.1

On 26. September 2010, in Allgemein, by Peter

Die Tage ist das Update auf iTunes 10.0.1 eingetrudelt. Neben einigen sicherheitsrelevanten Komponenten, die zwar für das System wichtig, für den Benutzer allerdings weniger interessant sein dürften, stand das soziale Musiknetzwerk Ping im Vordergrund.

Ping kam bei mir bisher nicht zum Einsatz. Das lag vor allem am meiner Einschätzung nach schlechten Handling. Um bisher ein Album bzw. einen Interpreten “liken” zu können, musste man im iTunes Store danach suchen und auf der entsprechenden Seite seine Zuneigung kundtun. Dies hat sich nachhaltig geändert – und zwar zum Guten:

Wird ein Track eines Albums markiert, erscheint in der Spalte des Titels eine Schaltfläche, mittels welcher Ping-Schnellfunktionen benutzt werden können:

Hier findet man die Möglichkeit, direkt einen Tack zu liken, einen Kommentar hierzu zu verfassen oder das Ping-Profil des Interpreten aufzurufen. Vor allem die direkte Like-Funktion erleichtert es doch spürbar, bei einem Anflug von Begeisterung bezüglich eines Titels dies auch kundzutun. Des Weiteren besteht hier übrigens die Möglichkeit, den iTunes Store entsprechend nach Titel, Interpret oder Musikrichtung gefiltert zu betreten.


Eine weitere (sinnvolle!) Änderung ist die Integration von Ping in die Musikbibliothek als zusätzliche Seitenleiste. Wird ein Track markiert, werden nach einem kurzen Ladevorgang Informationen zum Interpreten und dem markierten Opus angezeigt. Zusätzlich kann man dem Interpreten, sofern ein Profil vorhanden ist, sofort folgen.

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